Boden des Jahres
Ilka Engell
Die Rendzina - Boden des Jahres 2025
Deutsch-dänische Exkursion zu den Kreide-Rendzinen auf Rügen und Møn
Der Waldboden - Boden des Jahres 2024
Der Ackerboden - Boden des Jahres 2023
Archivboden - Boden des Jahres 2025
Der Weltbodentag am 5. Dezember lenkt jedes Jahr den Blick auf den Boden als unverzichtbare, zugleich häufig unterschätzte Ressource. Rund um den Weltbodentag 2025 wurde dieses Thema in Berlin durch zwei Veranstaltungen aufgegriffen, die einen inhaltlichen Bogen vom Boden als lebendigem System bis zum Boden als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte spannten. Mit dem Archivboden als Boden des Jahres 2026 rückt diese besondere Bodenfunktion auch in den kommenden Monaten verstärkt in den öffentlichen Fokus.
„Da steckt Geschichte drin“: Bühne der Festveranstaltung zum Boden des Jahres 2026 in der Landesvertretung Hessen in Berlin. Im Vordergrund die Lackprofile des Kohlenmeilerbodens (Archiv der Kulturgeschichte) und des Ferrallits (Archiv der Naturgeschichte).
Den fachlichen Auftakt bildete am Vortag die Fachtagung der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) im Bundespresseamt. Im Mittelpunkt stand das Bodenmikrobiom. Die Beiträge zeigten, welche zentrale Rolle Mikroorganismen für Bodengesundheit, Pflanzenwachstum, Ernährung und menschliche Gesundheit spielen, und machten deutlich, dass Bodenschutz integraler Bestandteil eines One-Health-Verständnisses ist, das Umwelt, Landwirtschaft und Gesundheit zusammen denkt.
Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, als Schirmherr des Bodens des Jahres 2026 bei den Grußworten (links). Prof. Thomas Schmid (HLNUG) bei der Laudatio auf den Archivboden (rechts). (Fotos D. Schwindt)
Am Weltbodentag selbst fand die Festveranstaltung in der Landesvertretung Hessen in Berlin statt. In diesem Rahmen wurde der Archivboden unter dem Motto „Da steckt Geschichte Drin“ als Boden des Jahres 2026 vorgestellt. Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, übernahm die Schirmherrschaft und betonte in seinem Grußwort die Bedeutung gesunder Böden als Lebensgrundlage, Klimaschützer und Wissensspeicher.
Böden als Archive von Natur- und Kulturgeschichte: Prof. i. R. Dr. Heinrich Thiemeyer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) erläutert die Rolle von Böden als Archive der Naturgeschichte (oben). Prof. Dr. Udo Recker, Hessischer Landesarchäologe, stellt Böden als Archive der Kulturgeschichte vor (unten). (Fotos D. Schwindt)
Die fachliche Einordnung erfolgte durch Prof. Dr. Thomas Schmid (HLNUG). Weitere Beiträge von Prof. Dr. Heinrich Thiemeyer, Prof. Dr. Udo Recker und Dr. Jutta Weber verdeutlichten, dass Archivböden sowohl für Natur- als auch für Kulturgeschichte von zentraler Bedeutung sind und eine besondere Schutzwürdigkeit besitzen.
Dr. Jutta Weber, Geschäftsführerin des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald (UNESCO Global Geopark), bei der Diskussionsrunde nach ihrem Vortrag zur Bewusstseinsbildung und Wertschätzung für den Boden, moderiert von Olaf Streubig (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat). Im Hintergrund: Ringo Regenwurm. (Foto D. Schwindt)
Begleitet wird der Boden des Jahres 2026 durch umfangreiche Informations- und Bildungsmaterialien des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), darunter Flyer, Poster und ein Veranstaltungskalender. Besonders hervorzuheben sind die kindgerecht aufbereiteten Materialien mit dem Regenwurm „Ringo“ als Maskottchen.
Im Rahmen der Festveranstaltung wurde zudem ein Wechsel im Kuratorium Boden des Jahres vollzogen: Sonja Medwedski übernahm den Vorsitz von Dr. Gerhard Milbert, der dem Kuratorium künftig als stellvertretender Vorsitzender erhalten bleibt.
Sonja Medwedski, neue Vorsitzende und Gerhard Milbert, langjähriger Vorsitzender und neuer stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums Boden des Jahres, mit den Lackprofilen zum Boden des Jahres 2026: dem Kohlenmeilerboden als Archiv der Kulturgeschichte und dem Ferrallit als Archiv der Naturgeschichte (linkes Foto). Dankesworte an Gerhard Milbert für seine langjährige Tätigkeit und Ehrung als „Bodenkundler des Jahres“ im Rahmen der Festveranstaltung, überreicht von Sonja Medwedski und Prof. Dr. Daniela Sauer (rechts). (Fotos D. Schwindt)
Die Veranstaltungen zum Weltbodentag 2025 machten deutlich, wie vielschichtig Bodenfunktionen sind – vom Mikrobiom bis zum Archivboden – und warum der Schutz dieser Ressource eine dauerhafte Aufgabe für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bleibt.
Abgeschlossen wird die Festveranstaltung mit einer Terroir-Weinprobe, moderiert von Dr. Peter Böhm und Staatsminister Ingmar Jung. (Foto D.Schwindt)